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  1. 2008.09.26 [Peter Handke] Quando il bambino era bambino
  2. 2008.09.05 [Peter Handke] Lied vom Kindsein
Scrap/Poetry2008.09.26 04:14
quando il bambino era bambino, se ne andava a braccia appese.
voleva che il ruscello fosse un fiume, il fiume un torrente, e questa pozza il mare.
quando il bambino era bambino, non sapeva d’essere un bambino.
per lui tutto aveva un’anima, e tutte le anime erano tutt’uno.
quando il bambino era bambino, su niente aveva un’opinione.
non aveva abitudini. sedeva spesso a gambe incrociate, e di colpo sgusciava via.
aveva un vortice tra i capelli, e non faceva facce da fotografo.
quando il bambino era bambino, era l’epoca di queste domande:perché io sono io, e perché non sei tu? perché sono qui, e perché non sono lí?quando é cominciato il tempo, e dove finisce lo spazio?la vita sotto il sole, é forse solo un sogno?non é solo l’apparenza di un mondo davanti a un mondo, quello che vedo, sento e odoro?c’é veramente il male? e gente veramente cattiva?
come puó essere che io, che sono io, non c’ero prima di diventare?
e che un giorno io, che sono io, non saró piú quello che sono?
quando il bambino era bambino, per nutrirsi gli bastavano pane e mela, ed é ancora cosí.
quando il bambino era bambino, le bacche gli cadevano in mano, come solo le bacche sanno cadere. ed é ancora cosí.
le noci fresche gli raspavano la lingua, ed é ancora cosí.
a ogni monte, sentiva nostalgia di una montagna ancora piú alta, e in ogni cittá, sentiva nostalgia di una cittá ancora piú grande.
e questo, é ancora cosí.
sulla cima di un albero, prendeva le ciliegie tutto euforico, com’é ancora oggi.
aveva timore davanti ad ogni estraneo, e continua ad averne.
aspettava la prima neve, e continua ad aspettarla.
quando il bambino era bambino, lanciava contro l’albero un bastone, come fosse una lancia.
e ancora continua a vibrare.
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Posted by Lynn*
Scrap/Poetry2008.09.05 23:58
 Bruno Ganz - Lied vom kindsein




lied vom kindsein
-Peter Handke
als das kind kind war, 

ging es mit hängenden armen, 

wollte der bach sei ein fluß, 

der fluß sei ein strom, 

und diese pfütze das meer.



als das kind kind war, 

wußte es nicht, daß es kind war,

alles war ihm beseelt,

und alle seelen waren eins. 



als das kind kind war, 

hatte es von nichts eine meinung, 

hatte keine gewohnheit, 

saß oft im schneidersitz, 

lief aus dem stand, 

hatte einen wirbel im haar 

und machte kein gesicht beim fotografieren. 



als das kind kind war, 

war es die zeit der folgenden fragen:

warum bin ich ich und warum nicht du?

warum bin ich hier und warum nicht dort?

wann begann die zeit und wo endet der raum?

ist das leben unter der sonne nicht bloß ein traum? 

ist was ich sehe und höre und rieche 

nicht bloß der schein einer welt vor der welt? 

gibt es tatsächlich das böse und leute, 

die wirklich die bösen sind?

wie kann es sein, daß ich, der ich bin,

bevor ich wurde, nicht war, 

und daß einmal ich, der ich bin, 

nicht mehr der ich bin, sein werde? 



als das kind kind war, 

würgte es am spinat, an den erbsen,
am milchreis, 
und am gedünsteten blumenkohl. 

und ißt jetzt das alles und nicht nur zur not.

Als das Kind Kind war, 

erwachte es einmal in einem fremden Bett 

und jetzt immer wieder, 

erschienen ihm viele Menschen schön 

und jetzt nur noch im Glücksfall, 

stellte es sich klar ein Paradies vor

und kann es jetzt höchstens ahnen,

konnte es sich Nichts nicht denken 

und schaudert heute davor.

Als das Kind Kind war, 

spielte es mit Begeisterung
und jetzt,
so ganz bei der Sache wie damals,
nur noch, 
wenn diese Sache seine Arbeit ist.

Als das Kind Kind war,

genügten ihm als Nahrung Apfel, Brot, 

und so ist es immer noch.

Als das Kind Kind war,

fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand

und jetzt immer noch,

machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge 

und jetzt immer noch, 

hatte es auf jedem Berg 

die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg, 

und in jeder Stadt 
die Sehnsucht
nach der noch größeren Stadt, 

und das ist immer noch so,

griff im Wipfel eines Baums nach den Kirschen
in einem Hochgefühl

wie auch heute noch, 

eine Scheu vor jedem Fremden
und
hat sie immer noch,

wartete es auf den ersten Schnee,

und wartet so immer noch.

Als das Kind Kind war,

warf es einen Stock als Lanze gegen den Baum,

und sie zittert da heute noch.
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Posted by Lynn*

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